SOULRUNHIKER

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Barefoot Jesko

Mittwoch, 14. August 2013

2. Pfälzer Felsentrail

Ein Barfuß Lauf Genuss in rein form!!!

Es war mal wieder so weit der Pfälzer Felsentrail rief zur 2. Auflage und viele Liebe Läufer folgten dem ruf nach Rodalben.

Am Tag zuvor sollte es aber erstmal mit ein paar Lieben Leuten und den Gastgebern (Martin Kölsch, Hans Pertsch, Stefan Jung) einen kleinen Pre Run geben.
Schnell den Gerd noch eingesammelt und los ging es mit Sabrina, Katharina, Ralf, Stefan, Gerd und Martin.
Der Lauf führte über einen Wunderschönen Pfad den ich natürlich Barfuß gelaufen bin. 8 Km sollten es am ende sein.
Das war wirklich ein schöner läuferischer einstand in ein tolles Wochenende.


Am Abend ging es dann noch zum Beckenhof um dort einige andere Läufer zu treffen. Es war natürlich ein großes Hallo.
Lange blieben wir nicht, da wir noch am Campingplatz ein wenig Grillen wollten.
Mit Sabrina, Katharina, Ralf und dem Stefan ging es dann zum Campingplatz, wo wir noch bis 01:30Uhr Gemütlich und mit viel Spaß zusammen saßen.



Nach einer Kurzen Nacht ging schon um 6:50 Uhr der Wecker. Kurz Frühstücken Waschen und auf zum Hilschberghaus nach Rodalben.
Um 09:00 Uhr ist Start.
Angekommen war das Hallo Riesengroß!! Viele Liebe Läufer haben sich schon eingefunden, viele die man auch schon länger nicht mehr gesehen hat.
Das hat mich wirklich Riesig gefreut so viele liebe Bekannte Gesichter endlich mal wieder zu sehen.
Die Ansprache vom Gastgeber war Kurz und so konnte es endlich losgehen.
Ab auf den Trail!!!!


Dieses Jahr ging die Runde über den Felsentrail anders herum. Letztes Jahr musste ich wegen Krämpfen bei 33 Km aussteigen und so waren die ersten Kilometer Neuland für mich. Ich merkte aber schnell das meine Füße an diesem Tag ein wenig Sensibel waren.
Hätte ich mir den Pre Run verkneifen sollen? Zumindest Barfuß? Letztes Jahr bin ich mit Schuhen einen tag zuvor mit Martin gelaufen. Das war besser. Aber jeder der Barfuß läuft weiß auch das es sehr an der Tagesverfassung liegt wie wohl man sich Barfuß auf der Strecke fühlt. Es lief aber trotzdem ganz gut. Die Strecke war schön und das Wetter war Perfekt!! Die Sonne schien, ein paar Wolken waren dabei und es war angenehm warm.



Schon bei Kilometer 5 stieg ich übelst auf eine Wurzel!! Ich Prellte mir den linken Mittelfuß und ein ungutes Gefühl stieg in mir auf. Och neeee Bitte nicht schon jetzt!! Aufpassen Jesko aufpassen!!! Es sind noch über 40 Km zu laufen. Ach egal dachte ich, das läuft sich schon wieder raus. Ein Kneip Becken zum abkühlen kam mir da gerade recht.
In angenehmer Gesellschaft lief es trotz allem wunderbar. Die wunderschöne Natur tat ihr übriges.



Mit vielen Bekannten und neuen Bekannten ging es weiter zum 1. Verpflegungspunkt. Dort wo ich letztes Jahr aussteigen musste. Der 1. VP war ja letzes Jahr der letzte VP.
Die Riek und der Lee hatten heute auch großes vor sie wollten ihren ersten Marathon und Ultra hier Laufen. In besserer Gesellschaft konnten sie für ihr vorhaben nicht sein.
Ein Glück war auch Barefoot Axel dabei der sich meiner am VP annahm und mich ein wenig richtete und mir Entwarnung gab das der Mittelfuß nicht gebrochen sei, den der schmerzte doch ziemlich. Der Axel ist ein Barfußläufer den ich sehr schätze und sehr bewundere. Ein wirklich Klasse Kerl und Sau guter Läufer.
Ich belastete wegen der Prellung am linken Mittelfuß das rechte Bein ein wenig mehr, was ja auch nicht so gut ist.
Ein paar Stück Kuchen, Salztabletten und Getränken später ging es gestärkt weiter.


Ab jetzt konnte ich mich an die Strecke teilweise ein wenig erinnern und es lief ganz gut. Zusammen mit dem Hammer Super Mega Läufer Steffen Kohler und meinem Vorbild dem Ultra Abenteuer Läufer Bernhard Sesterheim ging es weiter auf dem Felsentrail. Wir unterhielten uns prächtig und hier und da hörte oder sah ich wie der ein oder andere beschuhte Läufer gegen einen Stein oder eine Wurzel trat. Ich dachte mir sofort das man als Barfußläufer sich so eine Unachtsamkeit nicht erlauben könne, ohne danach mit den daraus resultierenden folgen Leben zu müssen.
Als Barfußläufer muss man bei so einem Gruppenlauf sowieso immer mindestens 10m Abstand zum Vordermann halten, um den Weg auf Unebenheiten, Wurzeln, Steine, Tannenzapfen und allen anderen Gefahren abscannen zu können. Wenn man nur 2m Sicht nach vorne auf den Trail hat kann das fatale und Schmerzhafte folgen haben. Eine wirklich anstrengende Sache!

Dann passierte es!!! Ich unterhielt mich gerade sehr gut mit dem Lieben Steffen als ich aus Unachtsamkeit auf dem schmalen Trail volle Kanne gegen einen Stein getreten habe. Es Knackte laut, so als würde man einen mittelgroßen Stock durchbrechen, und der Steffen sagte sofort der ist gebrochen. Ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Körper mir wurde Schwindelig und Schlecht zugleich!! So derbe habe ich mir den Fuß bzw die Zehen noch nie angehauen!
Keine 2 Minuten später wurden die leicht Blutenden Zehen dick und Blau. Na toll!!!! Das war bei Kilometer 17!!
30 Km sind noch zu bewältigen!! Wie soll ich das schaffen??
An Aufgeben habe ich keine Sekunde gedacht, eher ging mir die Frage durch den Kopf, wie ich die Schmerzen jetzt noch 30 Km aushalten soll.

Die gute Laune und der Spaß waren trotz meiner Unachtsamkeit aber nicht verschwunden. Da ist man selber Schuld!! Ich genoss aber weiterhin die Natur und das zusammen sein mit den vielen Lieben Leuten.


Mit solchen Schmerzen hatte ich es bislang bei meinen Läufen noch nicht zu tun gehabt aber ich biss die Zähne zusammen und Laufwanderte weiter. Ich wollte unbedingt diesen Lauf dieses Jahr zu ende bringen.
An der Bärenhöhle beschloss ich meine Freeheel Runningpads anzuziehen um meine Füße ein wenig zu schonen. Naja mit den dünnen halben Ledersohlen unter den Füßen ist es auch nicht viel anders als komplett Barfuß, aber es ist vielleicht mehr für den Kopf gedacht als wirklich für den Körper. Jedes Steinchen und jede Unebenheit merkt man auch durch die Pads. Mit dem Lieben Bernhard und dem Steffen sowie dem Ralf ging es dann weiter bis zum letzten Verpflegungspunkt. Jetzt waren es nur noch ca. 12 Km, die müssen zu schaffen sein. Die Zehen waren mittlerweile sehr angeschwollen und tief Blau. Der Stefan und einige andere rieten mir das ich aufhören solle, um die Zehen im Krankenhaus untersuchen zu lassen. Aber ich wollte weiter!! Mit mehreren Kopfschütteln seitens anderer Läufer startete ich die letzte Etappe Richtung Ziel.
Bergab laufen war nicht mehr möglich, da man bergab doch zu sehr über die Zehen laufen muss. Auf gerader Strecke und Bergan lief es noch im Ultraschlapplaufschritt.

Vorbei an Grandiosen Felsformationen und beeindruckender Natur ging es Kilometer um Kilometer Richtung Hilschberghaus dem Start und Ziel Punkt.
Zusammen mit Gerd und Hans sowie dem Lee der Kurz vor dem Ziel noch ein Marathon Foto bekam liefen wir die letzten Kilometer zusammen.


Die letzten 30 Km mit den angeschlagenen Zehen war ich sehr drauf bedacht mich nicht noch einmal zu stoßen. Dies wäre bestimmt dann das Schmerzhafte Ohnmachtartige Ende des Trails gewesen. Dies ist dann noch um einiges anstrengender, da man mit müden Muskeln und Unkonzentriertheit zu kämpfen hat. Echt anstrengend. Und dies kann wieder nur ein Barfußläufer nachempfinden.
Die letzten Kilometer zogen sich wie Kaugummi aber Schlussendlich habe ich dann den Felsentrail Erfolgreich geschafft.
So stelle ich mir Laufen vor, ohne Zeitdruck, ohne jegliche Ambition außer der des Erfolgreichen Schaffens der Strecke. Einfach die Natur genießend, Laufend unterwegs zu sein. Einfach herrlich!!!

Ich habe den Felsentrail trotz widriger Umstände gerockt!! Stolz bin ich!! Auch wenn andere sagen es war bekloppt. Aber man muss schon bekloppt sein um so einen oder andere Läufe Barfuß zu Laufen. So bin ich dann gerne bekloppt.

Riek und Lee haben dann auch Erfolgreich ihr Marathon und Ultra Debüt gegeben. Herzlichen Glückwunsch!!

Meine Hochachtung geht vor allem an meine Barfuß Lauf Kollegen dem Andreas Müller und dem Barefoot Axel!! Hammer harte Leistung Jungs!! Ich ziehe meinen Hut vor euch!! Wirklich Grandios!! Beide hatten aber auch zum Ende hin mit Barfuß bedingten Problemen zu kämpfen. Darf man aber auch, nach über 45 Kilometern auf einem sehr anspruchsvollen Trail.

Danke an Bernhard, Steffen, Gerd, Axel, Andreas, Stefan, Hans und alle die ich jetzt leider vergessen habe für die Ultra Grandiose Unterstützung!!! Ihr seit echt die besten!! Danke Danke Danke!!!!!!!!

Meinen aller Herzlichsten Dank geht an die Gastgeber und deren Familien ohne die dieses Läuferfest sicher nicht möglich gewesen wäre. Ihr seit alle so Klasse!!!!
Wenn ihr das noch mal vor habt zu machen und den ganzen Stress ein weiteres mal auf euch nehmen wollt bin ich gerne wieder dabei!!

Thanks so much!!!



Hier dann noch ein paar Impressionen von Lieben Mitläufern 1000 Dank dafür!!!




P.S.

Die Zehen habe ich dann einen Tag später noch im Krankenhaus untersuchen lassen.
Nichts gebrochen!!! Ein Wunder!!! Der Arzt konnte es auch kaum glauben!!!
Da hat wohl doch nur der Stein geknackt :-)




Diese Art von Laufen können Schuh Läufer in keinster weise nachvollziehen, dies kann nur ein Barfußläufer verstehen. Der Weg muss mindestens 10m vorher abgescannt werden um zu wissen wo man hintreten kann! Jede noch so kleine Unachtsamkeit jeder kleinste Schrittfehler jede Ablenkung oder Nachlässigkeit kann fatale Folgen haben. Das ist sehr sehr anstrengend!! Nicht nur Körperlich auch Mental. Nach so einem Lauf ist man Gesamt Körperlich geschafft.

Aber genau dies ist Laufen in reinform für mich!!!


Herzlichst euer

Soulrunhiker