SOULRUNHIKER

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Barefoot Jesko

Mittwoch, 25. September 2013

50 Km Trainingslauf

Was ein schöner Lauftag mit vielen netten Begegnungen.
Aber schön der reihe nach.

Mit langen Läufen ist das bei mir ja leider in letzter Zeit etwas schwierig geworden. So nutze ich meinen freien Tag und die Gunst der Stunde für einen langen Lauf. Das einzige Zeitlimit das ich hatte war der Schulschluss meiner Tochter. Aber mit Sechseinhalb Stunden würde ich wohl auskommen.
Aber irgendwie hatte ich Morgens keine Lust, ich war noch sehr sehr müde.
Doch wieder zu spät ins Bett!
Der Person die dafür verantwortlich ist möchte ich hier nochmals Ausdrücklich Danken(Grins)!! Da purzeln die Rekorde!!
Ich konnte mich aber aufraffen und so packte ich den Lauf Rucksack mit allem was mir Wichtig erschien.

Also Lauf Klamotten an und Töchterchen zur Schule gefahren. Beim loslaufen merkte ich das die Speicherkarte in der Kamera fehlte. Grrmmppff!! Also wieder nach Hause und die Karte geholt. Dann ging es aber endlich los.


Schon am Bleichsteinparkplatz sprachen mich ein paar Läufer an. sie kannten mich vom Citylauf und fragten ob es nicht kalt sei. Ich sagte nur das ich jetzt los müsse damit mir das eben nicht wird und wünschte noch einen schönen Tag.
Ein etwas älterer Läufer nahm dagegen die Verfolgung auf. Ich trabte langsam und locker an. Alles fühlte sich sehr gut an, die Beine, die Füße aber vor allem der Kopf. Ich fühlte mich gut!! Und die ersten Kilometer genoss ich schon mit allen Sinnen.



Ich hatte mir vorgenommen heute einfach entlang der Ruhr zu Laufen. Dort steht ja nächstes Jahr für mich auch was ganz besonderes an!! Der Bambini Lauf der Tor Tour de Ruhr wirft seine Schatten voraus. Also schon mal Strecke Checken ob die Barfuß tauglich ist. Sollte ja eigentlich alles Asphalt sein. Oder?? Wird sich zeigen.
Drei Stunden hin und dreieinhalb zurück. Das müsste gut aufgeteilt sein dachte ich.


Die Stimmung am Harkortsee sowie bei mir war einfach toll. Der Ältere Herr Verfolgte mich aber immer noch.
Es kam mir vor als würde ich von einer Lokomotive gejagt. Dieses gleichmäßige Schnaufen machte mir ein wenig Angst und auch Sorgen.
Aber es sollte alles gut ausgehen.


In Wetter, dem nächsten Ruhr Städtchen, hielt kurz inne um die Stimmung ein wenig auf mich wirken zu lassen.
Da sprach mich der Ältere Herr an und sagte das er schon viel gesehen und Erlebt habe, noch nie habe er aber einen Barfußläufer gesehen und schon gar nicht einen so gut gelaunten Läufer wie mich. Mühelos gleiten sie daher wie auf Wolken getragen, wild Fotografierend und Pausierend und ich meinerseits quäle mich hier ab und sehe immer wieder wie sie stehen bleiben Fotos machen und die Gegend betrachten. Hut ab mein Freund Bitte weiter so, sagte er bevor er wieder seinen Weg ging bzw lief. Ich bedankte mich Herzlichst und verweilte noch kurz an diesem schönen Ort. Ich fühlte mich wirklich Frei in der Freiheit.


Ich lief wieder weiter Richtung Wengern. Und überall sah man die Beschilderungen des Ruhrtal Radweges der TTdR Strecke.


Es ging in die schönen Ruhrauen. Auf den Wegen waren viele Wespen zugegen. Ob schon verendet oder gerade dabei säumten sie die Wege wie selten zuvor. Alle paar Meter lag eine oder mehrere. Es ist jetzt wohl an der Zeit das sie ableben, es wird ihnen zu Kalt. Ihre Pflicht haben sie für dieses Jahr erfüllt. O.K. bin ich jetzt nicht ganz sooo Traurig drum aber sie sind ja auch sehr sehr nützlich. Das darf man ja auch nicht vergessen.
Die Natur geht jetzt so langsam aber sicher in Herbst über. Viele Bunte oder abgefallene Blätter konnte ich bei meinem Lauf schon ausmachen.


Auf dem Weg nach Wengern lief ich an einer kleinen Baustelle vorbei wo zwei Arbeiter gerade einen Zaun aufstellten.
Die üblichen Scherze wurden gemacht und noch gute Arbeit bzw Weg gewünscht. Später sollte ich sie ja noch einmal sehen. Lustig!!!! Aber dazu später mehr.
Ich lief noch ein Stück um dann nach ca. 10 Km meine erste Pause zu machen. Trocken Pflaumen gab es.
Und da kam auch ein alter Bekannter den ich aus Wengern flüchtig kenne. Mein Freund ist ein wenig Geistig Behindert ist aber ein wirklich sehr netter Kerl. Er setzte sich neben mich und fragte erstmal warum ich das mache, hier Barfuß zu laufen. Ob ich mir keine Schuhe leisten könne und ob das nicht weh tun würde. Ich erklärte ihm natürlich alles. Er fragte noch ob ich mit dem Trockenobst was ich gerade verspeiste denn auskommen würde bei so einer langen Strecke.
Klar sagte ich, ich habe ja noch ein paar andere Sachen dabei.
Dann rümpfte er die Nase. Er rümpfte noch mal die Nase und immer wieder. Er roch etwas. Nein es stank ihm etwas.
Er stand auf und suchte nach dem Geruch. Ich wusste es schon!! Der Wind stand sehr ungünstig für meinen Freund.
Ich sagte, Ääähhhmmmm du ich glaube ich bin das. Er schaute mich an und fragt, Was?? Ich sagte der gestank den du gerade wahrgenommen hast, das bin ich. Duuuuuuu? fargte er. Ja, sagte ich.
Neeeee Warum du denn? Fragte er wieder. Und roch weiter wo der Geruch wohl herkommen möge.
Ich erklärte ihm das wenn man so lange läuft und viel Schwitzt dann halt irgendwann anfängt zu müffeln.
Und gerade diese Funktionsshirts stinken einfach nach einer gewissen Zeit.
Echt?? fragte er. Ja, sagte ich, ich bin klatsch nass geschwitzt. Vom Laufen fragte er erneut. Ich so, Jaaaa.
Er sagte dann nur total euphorisch, Krass!! Das will ich auch ausprobieren! Er Sprang auf und Rannte los. O.K. dachte ich. Der war so schnell weg und lief und lief und lief. Jep, krasse Nummer, das habe ich auch noch nicht erlebt dachte ich und packte meine Sachen Langsam wieder ein.


Ich lief wieder flott an, es lief erstaunlich gut. Leichtfüßig und recht schnell, für meine Verhältnisse, ging es weiter nach Witten Bommern. Ein neuer Teilabschnitt den ich noch nicht kannte. Es ging Runter in ein schwarzes Loch hinein um an der anderen Seite erneut auf die Ruhrauen zu stoßen. Wirklich schön!! Eine Eisenbahnbrücke rundete das Bild hervorragend ab.


Dann kam ein Abschnitt den ich so gar nicht mehr im Kopf hatte. Eine blöde und böse Schotterstrecke verlief neben den Gleisen. Ui das ist aber mal eine Challenge. Ich lief nicht mehr ganz so leichtfüßig.
Ufff und das bei der TTdR?? Da muss ich etwa mehr böse Schotter Strecken Trainieren oder mir was anderes einfallen lassen.


Ein Stück weiter sah ich dann durch die Bäume etwas im Wasser. Ein Nutria!! Eine Biberratte. Klasse, Cool!!
Habe ich in freier Wildbahn noch nicht live gesehen!!
Schnell mal ein paar Fotos geknipst. Grandios!!


Ich lief nach dem Erlebnis wie auf Eiern weiter. Ich hatte zwar meine Freeheel Running Pads im Rucksack. Aber so schlimm empfand ich es dann doch noch nicht. War dies ein Trugschluss?
Ich lief auf eine große Gruppe von Nordic Walkern zu ein paar mit Shirts vom PV Triathlon Witten.
Aus der ferne hörte ich schon.
Schaut mal da!! Da ist der Barfußläufer aus Herdecke. Alle schauten und brachen ihre Übung ab. Ich fühlte mich geehrt und lief mit geschwollener Brust an der staunenden Gruppe vorbei. Eine Dame fragte noch, du bist doch beim Herdecker Citylauf gelaufen oder? Ja, erwiderte ich. Den 10er oder? Rief sie hinterher. Ich antwortete, ja Kurzstrecke.
Boahhh Wahnsinn hörte ich noch und eine rege Diskussionen über meine Person.
Oh mann das tut gut!! Ich bin schon ein Semi Promi in meinen Gefilden. Finde ich ja irgendwie schon toll. Als Barfußläufer hat man eben auch einen starken Wiedererkennungswert.
Schönes Erlebnis.
Es ging weiter an den Ruhrauen entlang und so manches Tier konnte ich noch erspähen. Das ein oder andere lies sich sogar noch auf Foto festhalten.
Dazu musste ich das ein oder andere mal eine Vollbremsung einlegen.


Ich wechselte die Ruhr Seite da ich auf dem Rückweg die Fähre nehmen wollte. Es ging trist an der Straße entlang. So gar nicht mein Ding, aber nun gut. An staunenden Autofahrern mangelte es zumindest nicht. An einer Baustelle vorbei ging es wieder an die Ruhr.


Dann lief ich noch bis zur Ruhr Mündung in den Kemnader See. Jetzt musste ich mich aber etwas sputen da ich knapp mit der Zeit war. Knapp drei Stunden war ich schon unterwegs. Der Rückweg wird länger dauern, das weiß ich aus Erfahrung.
Hatte mir ja 3 Stunden hin und 3 1/2 Stunden zurück vorgenommen. Also schnell zurück zur Fähre die mich dann wieder auf die andere Ruhrseite brachte. Immer wieder hielt ich kurze small talks mit Radfahrern die es nicht glauben konnten das ich Barfuß unterwegs war. Als sie hörten das ich am Hengsteysee gestartet war und schon über 3 Stunden unterwegs war fiel ihnen alles aus dem Gesicht. Immer wieder Lustig die GEsichter dann zu sehen.
Die Burgruine Hardenstein stattete ich natürlich auch noch einen Pflichtbesuch ab. Immer wieder schön dort, obwohl die Wege alles andere als Barfußfreundlich sind.


Vorbei an schönen Steinbrüchen, die durch den Bergbau im Muttental geprägt wurden und zum teil entstanden sind, und schöner Natur ging es wieder auf den Ruhrtal Radweg.


Es ging abermals auf einem unschönen Schotterweg weiter.
Meine Füße waren schon ein wenig Sensibel und ich entschied mich für die Schotter Strecke bis Wengern die Freeheel Runningpads anzuziehen.
Wieder legte ich eine Vollbremsung hin!! Da lag ein Eichhörnchen auf der Straße!!
Überfahren? Angefahren? Neeee, es stellte sich tot oder so. Als ich näher kam verließ es ein großes Schlagloch wo es sich es anscheinend bequem gemacht hatte und flitzte auf den daneben stehenden Baum.
Ich wollte es noch Fotografieren, aber es war etwas Kamera scheu.


Einen Moment später kamen zwei Fahrradfahrer auf mich zu. Und ich hörte aus meinen Gedanken gerissen nur, HEy du bist doch Barefoot Jesko!! Ja bin ich. Da sah ich dann die liebe Ulrike Laschke!!! Das ist ja mal eine Überraschung!! Zufälle gibt es die gibt es gar nicht. Sie sind von Essen mit dem Zug nach Wetter gefahren und wollten dann den Rückweg mit dem Fahrrad bestreiten. Klasse!! Wir unterhielten uns kurz über die nächsten und Zukünftigen Aktivitäten und das wir uns schon in zwei Wochen beim Traildorado 24h Trailrun wieder sehen würden. Das ist ja Super!! Dann zogen wir wieder unseres Weges. Bei dieser Überraschung habe ich ganz vergessen mal ein Erinnerungsfoto zu machen. Naja, egal.
Vorbei an der Zeche Nachtigall hätte ich mir auch Stiefel mitnehmen können. Ach nee die waren ja nur aufgemalt. Hahaha!!


Auf dem Schotterweg wurde es trotz der Running Pads zunehmend unangenehmer.
Zu allem übel trat ich noch auf einen Stein der sich geschickt unter Blättern versteckt hatte. Die Innen Seite meines Fußes traf er und mir entglitten alle Gesichtsfarben. Mir wurde schlecht, heiß und kalt und ein stechender Schmerz durchfuhr meinen Körper. Puuuhhhh O.K. so etwas kenne ich ja jetzt schon. Passiert hin und wieder mal. Aber an dieses Gefühl und diesen Schmerz kann man sich nie gewöhnen. Und, na klar, trifft man diese stelle mit anderen Steinen dann auch immer wieder. Ich wollte diesen Stein dann am liebsten Auffressen, kaputt machen etc. Aber nützt ja auch nix. Ich habe ihn dann auf einen Zaunpfahl gelegt um ihn damit an den Pranger zu Stellen. Blödes teil!!




Als ich endlich von dem blöden Schotterstück runter war, war erstmal eine Pause angesagt.
Ich genehmigte mir ein Power Gel.
Heute mit dem Geschmack Leberwurst fein! Lecker, lecker und besser als jedes Gel!! Für mich zumindest.
Hahahaha
Solche Pausen mit solchen Snacks habe ich am liebsten.
Viele würden würgen ich tu mich damit verwöhnen :-)


Gestärkt von der Power Leberwurst ging es weiter.
Barfuß lief es wieder recht gut und ich war auch relativ flott unterwegs. Richtig schön!!
Die Natur um mich herum und die netten Fahrradfahrer die mir entgegen kamen beflügelten mich.


Ein wirklich schöner Lauf. Der mir bis dahin wenig mühe bereitet hatte. So könnte es ja immer Laufen denke ich und rufe mir die Gedanken und Selbstzweifel von meinem letzten etwas längeren Lauf wieder in Erinnerung.
Und bin entsetzt über diese Gedanken. Barfuß geht schon einiges natürlich nicht alles aber es geht schon vieles.
Es soll ja immer noch Spaß machen und einem ein schönes Gefühl vermitteln.
Wenn was nicht laufbar ist dann ist das halt so! Dann wird da nicht gelaufen oder anderweitig Abhilfe geschaffen.
O.K. bis zur Tor Tour de Ruhr muss noch einiges getan werden. Aber, habe ich eigentlich die Zeit dafür so viel zu Trainieren? Eigentlich nicht. So ein Lauf wie heute kann ich mir nicht mehr so erlauben wie damals.
Da sind zu viele andere Sachen die vorgehen. Nicht einfach!! Aber das werde ich mal einfach auf mich zu kommen lassen. Klar läuft man 100 Km nicht mal eben so und nur mit 20-30 Km Läufen im Training.
Aber wie es anders gehen soll weiß ich derzeit auch noch nicht.
Wird schon werden und wenn nicht dann ist es auch O.K.

Auf einer Bank an der Ruhr saß dann noch ein Ehepaar die gerade ihre wohl verdiente Pause machten. Wir kamen ins Gespräch und ich erzählte halt Warum, Weshalb, Wieso ich Barfuß Laufe. Erklärte auch die Gesundheitlichen vorteile.
Der nette Mann und die ebenfalls nette Frau waren sehr begeistert davon. Er hatte mal eine Rücken OP wo nicht alles glatt gelaufen war und sah im Barfuß Laufen wieder ein Lichtblick sich noch mal Laufend fort zu bewegen. Ich ermutigte ihn und riet ihm auch nicht zu viel und nicht zu schnell dieses Vorhaben anzugehen.
Ein wirklich sehr schönes Gespräch!!
Ich musste aber los sonst würde es knapp werden. Ich musste ja mein Töchterchen von der Schule abholen.
Also weiter, lockeren Schrittes.


Dann kam ich an den Bauarbeitern wieder vorbei. Der eine hielt eine Metallstrebe die der andere gerade durchbohren wollte. Als er mich sah schlug ihm die Verwunderung ins Gesicht und die Bohrmaschine aus den Händen. Hey da ist er ja wieder!! rief er. Der andere hätte um ein Haar die Bohrmaschine in der Hand gehabt. Er schrie!! Aber dem anderen war dies total egal. Er sagte oder besser gesagt schrie, Wahnsinn!!!! Bist du die ganze Zeit jetzt gelaufen. Krass Krass da fehlen mir die Worte!! Meine Füße musste ich auch noch mal eben her zeigen und dann musste ich aber weiter.

Ein Mann dem ich bei meinen letzten Läufen wohl auch mal aufgefallen war sprach mich auch noch kurze Zeit später an. Wirklich durchweg nette Begegnungen hatte ich an diesem Tag.
Schönes Erlebnis und tolles Gefühl!!


Auf dem Rückweg bin ich dann aus versehen noch gegen ein Schild getreten das dann umfiel. Uuuppsss!!
Fast wie im Pfälzer Wald als ich die Steine kaputt getreten habe. Jetzt war es ein Schild.
Man o man bin ich doch Mr. Steelfoot? Hahahaha


Ein Fahrradfahrer überholte mich kurz vor Herdecke und stoppte dann mit quietschenden Reifen. Ich dachte schon Oh Oh was habe ich jetzt verbrochen!? Er sagte hey du warst doch vorhin am Kemnader See oder nicht?? Ich bejahte dies. Er konnte nicht glauben das ich das alles Barfuß gelaufen bin. Er sei damals selber Marathon Läufer gewesen aber das was ich hier mache ja da fehlten ihm die Worte für. Und dann läufst du auch noch breit Grinsend durch die Gegend!!
Wie machst du das?? Hahaha!! Wirklich schön!! Lange schon keinen mehr so sprachlos begeistert gesehen. Unbezahlbar solche Momente.
Die weiteren unzähligen Erlebnisse und Begegnungen hier auf zu zählen ist nicht möglich. Einfach zu viele!!


Kurz vor Herdecke merkte ich aber auch das sich da etwas in meinen Unterschenkeln anbahnte was sich nach Krampf anfühlte. Ich ging ein Stück um dann wieder in meinen Ultra Schlapplaufschritt zu wechseln. Alles gut nur das Gefühl war da. Viel länger hätte ich wohl nicht Laufen können. Knapp 50 Km sollten es am ende sein.


Fünf Minuten bevor meine Tochter Schulschluss hatte war ich dann wieder am Auto angekommen. Wahnsinn!!! Punktlandung!!
Erschöpft aber Ultra Glücklich fuhren wir dann nach Hause.

So ein Lauf so wunderschön wie heut.................. lalalalala

Klasse Tag - Klasse Lauf - Klasse Leute

Und wieder mal bin ich mehr als erstaunt darüber was mein Körper und meine Füße zu Leisten im Stande sind!!
Ich ziehe meinen Hut und bedanke mich mal bei mir selbst!!
So könnte es weiter Laufen aber so wird es nicht, ich weiß!!
Immer auf und ab so wie das Leben halt auch.

Genießt eure Zeit und vergesst nicht einfach mal ein Lächeln aufzulegen.
Ein Lächeln kostet nichts und oft bekommt man auch eins zurück.

In diesem Sinne

euer

soulrunhiker
Barefoot Jesko

Samstag, 14. September 2013

Der Weichei Lauf

Heute war Laufen angesagt! Ein schön langes Ründchen sollte es werden. Beim Blick aus dem Fenster sah ich Regen Regen Regen. Sehr schön!! Ich Laufe gerne im Regen.


Im strömenden Regen lief ich also los. Erst wieder ein bisl an der Straße entlang, um in meinen geliebten Wald zu gelangen.
Dort angekommen merkte ich bei dem ersten Berg das meine Beine heute nicht so wollten wie ich es gerne hätte.
Ach das läuft sich schon ein dachte ich, aber es sollte nicht so werden.

Da war ich noch guter Dinge.


Überall lagen auf den schönen Trails, die ich sonst gerne laufe, viele Eicheln. Puhh das ist nicht so schön.
Auf viele bin ich drauf getreten. Aua Aua!! Man kann halt nicht allen ausweichen. Gerade wenn sie sich unterm Laub versteckt haben.
Da kam schon eine Vorahnung in mir auf. Aber es lief noch.


Auf dem Schotter Weg angekommen merkte ich schnell das ich heute überhaupt nicht gut drauf war.
Meine Füße waren sehr Sensibel. Jeden noch so kleinen Stein merkte ich. Und es tat weh.
Ich versuchte so oft ich konnte den Schotter Weg zu umgehen oder zu umlaufen. Dies geht aber nur sehr selten.
Es gibt diese Tage im Leben eines Barfußläufers in dem nichts läuft wie es Laufen sollte.
Tagesverfassung eben, und diese ist leider nicht Planbar.


Ich fing an auf dem Schotter Weg zu Wandern, oder besser gesagt zu überleben. Und ab diesem Zeitpunkt machte ich mir wie immer bei so einem schlechten Lauf Tag viele Gedanken.
Ist es das richtige immer Barfuß zu Laufen? Kann man denn eigentlich alles Barfuß Laufen?
Nein ich kann nichts!! Ich bin ein ganz schlechter Barfußläufer!! Sonst Laufe ich die Strecken und jetzt gehe ich hier wie ein Storch auf stelzen. Ui Ui Ui!! Die TTdR 2014 100 Km steht an. Wenn ich da auch einen schlechten Tag habe?
Was dann? Soll ich jetzt schon absagen?
Alle Läufe die ich mir in Zukunft vorgenommen hatte waren für mich in weite ferne gerückt und Unmöglich geworden.
Soll ich mir wieder Schuhe anziehen und dann damit wieder Laufen? Soll ich alles über Bord werfen? Das gelernte einfach vergessen?
Solche Gedanken mache ich mir dann. Ich hätte mir heute noch nicht einmal einen 10 Km Lauf zugetraut.
Ich kam wieder auf schmalere Wege und hoffte das es besser werden würde.


Doch es wurde irgendwie nicht besser. Kein Wunder wenn man sich selbst so schlecht redet.
Ich konnte mir nicht mehr vorstellen überhaupt jemals wieder lange Strecken Barfuß zu laufen.
Schrecklich was die eigene Psyche mit einem so alles anstellen kann. Wie man sich selber so schlecht reden kann das man es selber glaubt.
Solche Tage gibt es als Läufer und die kennt wohl jeder.
Aber viele geben es nicht zu.
Ich bin da ja anders.
Ich möchte euch an dem Gefühlsleben eines Barfußläufers teilhaben lassen.
Und diese Gefühlswelt war heute ziemlich durcheinander.
War ich wirklich ein so schlechter Barfußläufer?

Mir war zum Verstecken zumute. Ich lief aber wieder an. Zumindest versuchte ich es.

Heute sollte aber nichts klappen. Mental war ich in ein Loch gefallen.
Das wird nichts mehr! Uffff so einen Lauf hatte ich schon lange nicht mehr.

Ich verharrte erstmal auf einer Insel des Glücks. Zumindest für die Füße.

Ich weiß von einem meiner ersten Läufe nach dem Winter, da dachte ich auch nie wieder Barfußlaufen zu können.
Verzweifelt stand ich wieder auf einem Schotter Weg und konnte nicht vor und nicht zurück.
Verdammt wat geht denn jetzt?? Oh mannnnn!!!!
Diese Strecke Laufe ich sonst ohne weitere Probleme hoch.
Wäre ich doch heute mit dem Arsch lieber zu Hause geblieben!!
Ich ärgerte mich über mich selbst. Aber so was von!!!


Also stand ich da ein paar Minuten und überlegte. Das überlegen in so einer Situation ist ganz und gar nicht gut.
Ich bestärkte mich darin das Barfuß Laufen nicht gut sei. Besonders für so ein Weichei wie mich. Das ich überhaupt Laufe grenzt an ein Wunder. Ich bin ein sehr schlechter Läufer.
Viele wirklich sehr blöde Gedanken gingen mir durch den Kopf.
Es regnete wieder stark bis ich mich entschloss wieder einen Fuß vor den anderen zu setzten.
Ich war wirklich fertig mit mir, dem schlechtesten Läufer der Welt und dem Barfußlaufen. Barfußlaufen? Mein geliebtes Barfuß Laufen aber dieses habe ich ja schon mal gar nicht drauf.


Hatten die vielen Leute doch recht? Ist Barfußlaufen nicht gut?

Hey Hey Hey Jesko jetzt mach aber mal einen Punkt!!! So nicht du Weichei der Weicheier!!!
Was habe ich schon alles geschafft? Aus was für einer Scheiße habe ich mich am eigenen Schopfe heraus gezogen?
Das kannst du nicht alles vergessen haben mein lieber. Ich schimpfte mit mir selbst.
So nicht mein Lieber So nicht!!! Was bist du denn schon alles Barfuß gelaufen hä??? Überleg doch mal was für Grandiose Läufe du bislang hingelegt hast!! Alles vergessen?
Ich will ja auch keine Rekorde mehr aufstellen ich will ja einfach locker fröhlich und Gesund unterwegs sein.
Also habe ich mir einen Arschtritt gegeben und lief abermals an.


Es sollte einfach nicht mein Lauftag sein. Das gibt es und dies wird noch oft, sehr oft vorkommen.
Sich aber selbst dann so fertig zu machen ist gar nicht gut. Man kann sich wirklich schlecht reden.
Dies habe ich heute mit Erfolg getan. Anders rum geht es aber bestimmt auch, dies ist dann wohl das bessere.
Ich lief bis nach Hause durch. Spaß hatte ich aber heute wegen meiner schlecht Rederei nicht besonders viel gehabt.
O.K. ich merke mir das für das nächste mal, wenn meine Füße empfindlich sind dann schnell nach Hause. Wenn ich schlechte Gedanken bekomme dann wiege ich diese gegen Gute Gedanken auf. Ich habe so viel geschafft in meinem Leben, da wird mich so ein Weichei Tag nicht aus der Bahn hauen.
Also selbst Motivation ist wichtig und richtig. Aber wenn man erstmal in der schlecht Rede Falle gefangen ist, ist es schon zu spät.
Ich hoffe also das ich das nächste mal wieder mit viel Spaß und Genuss unterwegs sein werde.
So ein Weichei Tag muss ja auch mal sein. Die anderen Tage gefallen mir aber wesentlich besser.
Und diese Guten Tage werden wieder kommen und zwar zu genüge.

euer

soulrunhiker

Barefoot Jesko


Donnerstag, 12. September 2013

Der Richtige Weg!?

Heute schreibe ich mal nicht von einem Lauf oder einer Veranstaltung.

Denn viele Gedanken gehen mir seit ein paar Wochen durch den Kopf.
Diese Gedanken und Gefühle wollen geordnet werden.

Eigentlich fühlte ich mich immer wie ein Reiter der fest im Sattel sitzt, jeder Situation gewachsen.
Ist es so?
Oder Laufe ich doch eher neben dem Pferd her?
Es hat sich ja für mich und meine Familie viel verändert. Alles schön, aber auch nicht gerade einfach.

Neue Bekanntschaften ergaben sich und ich bin selbst über mich und meine Gefühle überrascht.
Wie ein Fels in der Brandung fühlte ich mich auch immer. Mich konnte nichts oder eher gesagt wenig erschüttern.
Jetzt fühle ich mich eher wie ein Steinchen in einer Pfütze.
Seit dem Urlaub in Tunesien ist viel mit mir passiert. Unglaublich wie mich das beschäftigt hat und auch noch immer beschäftigt.
Hätte ich nie für möglich gehalten.

Im Leben hat man ja immer Tiefs und Hochs. Viele Dinge beschäftigen mich jetzt mehr als je zuvor. Warum?
Ich befinde mich jetzt nicht in einem Tief. Neee im gegenteil!!
Nur sehe ich alles anders. Manche finden es gut und manche fühlen sich vor den Kopf gestoßen, in Wirklichkeit kommen diese Leute aber nicht mit der Wahrheit und meiner direkten art klar.
Aber das ist ja den ihre Sache.

Um dann doch noch mal kurz aufs Laufen zu kommen. Es läuft prima!!
2013 Laufe ich bislang Beschwerdefrei. (schnell Klopf aufs Holz)
Viele Läufe werden mir Vorgeschlagen zu vielen werde ich eingeladen. Genau so viele sage ich ab.
Ich Selektiere, suche für mich die schönsten und passenden Läufe raus.
Ohne Trainingsplan, ohne Uhr, halt ohne Vorgaben läuft es für mich bis jetzt einfach nur Perfekt.
Genuss Laufen, trifft es wohl am besten.

Klar der Bambini Lauf (100Km) bei der TTdR 2014 steht an. Da werde ich wohl noch mal ein bisl mehr Laufen gehen müssen.
Aber da ist es das Böse Wort, das ich in meinem Leben schon viel zu oft hören musste. Muss!!
Du musst dies du musst jenes, ich muss noch etc.
Ich muss mal irgendwann sterben das muss ich und müssen wohl alle.
Ab und zu was Essen, Trinken und auf Toilette mehr muss ich nicht.
Das ist mal wieder der Zwang der Gesellschaft immer müssen Leute etwas. So setzten wir uns selbst unter Druck.
Dies habe ich auch bei mir selber gemerkt. Über dies sollten sich vielleicht mal viel mehr Leute Gedanken machen.

Ob es nun der Richtige Weg im allgemeinen ist den ich eingeschlagen habe weiß ich nicht.
Das wird sich zeigen.
Das mein Weg den ich eingeschlagen hatte nicht gut war das steht mal außer Frage.
Das war Selbstzerstörerisch!
Jetzt bin ich ja auf einem Weg, der sich wirklich sehen lassen kann.
Da bin ich wirklich stolz drauf.

Wir sind alle Menschen. Menschen die auch Fehler machen, ganz normal. Wir sind ja keine Maschinen.
Sich diese Fehler einzugestehen und zu diesen Fehlern auch zu stehen ist wohl das schwierigste am Leben selbst.

So genug geschwafelt
Nächste mal dann wieder was von einem Lauf.



Bleibt stark und vor allem bleibt euch treu!!

euer

soulrunhiker

Barefoot Jesko