SOULRUNHIKER

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Barefoot Jesko

Samstag, 12. März 2016

Tussock Traverse 2016 (Neuseeland)

Was ein Zufall! In unserem Neuseeland Urlaub bzw Elternzeit, waren wir gerade im Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel. Just an diesem Wochenende als wir mit unserem Camper dort ankamen sollte am folgenden Tag die Tussock Travers stattfinden. Ein sehr schöner aber auch anspruchsvoller Berglauf. Da wir ja schon mal da waren entschied ich mich an dem Lauf teilzunehmen. Noch in Deutschland hatte ich von dem Event gelesen, wollte mich aber nicht Anmelden da ich ja nicht wusste ob wir das schaffen würden. Aber aus irgendeinem Grund sollte es ja nun doch klappen.


Man konnte aus drei Distanzen wählen, 6,5Km, 13Km oder 26Km, entweder Walken oder Laufen. Natürlich wollte ich Laufen und gleich die 26Km in Angriff nehmen. Meine liebe Cora plädierte aber darauf das ich lieber die 13Km laufen sollte da wir am darauffolgenden Tag das Tongariro Alpine Crossing machen wollten. Ein 21 Km langer Alpiner Wanderweg quer durch das Tongariro Massiv. Da ich nicht wollte die Alpine Wanderung mit Muskelkater zu machen, und ich ja auch keine Ahnung hatte wie schwer der Lauf wirklich sein würde, entschied ich mich vernünftigerweise für die 13 Kilometer Distanz mit 428Hm.
Ich war echt aufgeregt und suchte eifrig mein mitgenommenes Laufzeug zusammen. Leider hatte ich keinen Laufrucksack dabei um das erforderliche Equipment mitzunehmen. Eine Regenjacke, ein Longsleeve, und 1 liter Wasser. Ein Glück konnte ich dem Staff davon überzeugen das ich ein geübter Läufer bin und mit einem halben liter Wasser auskommen würde. Zudem konnte ich dann den Longsleeve in meine Regenjacke einwickeln und diese einfach um mich rum binden. Also meine 0,5 liter Handflasche und die gewickelte Regenjacke mit Longsleeve Inhalt eingepackt. Dann habe ich die Nacht im Camper gut geschlafen, voller Erwartung auf den morgigen Lauftag.
Am morgen war schon auf dem Campingplatz ein eifriges treiben. Viele Läufer waren da und machten sich Startklar für den Lauf.
Angekommen am Chateau Tongariro, nur 10 Minuten vom Campingplatz entfernt, gingen schon die 26Km Läufer an den Start.
Kurzer Check des Equipment und dann war auch schon das Briefing für uns, die 13Km Läufer. Ein älterer Maori, der wohl dort eine Legende ist, begrüßte die Läufer auf Maori art. Coole Sache!


Dann ging es für uns an den Start.
Maori echt wurde der Startschuss gegeben, nämlich mit einer Muschel. Das tiefe sonore Klingen der Muschel entließ uns 13Km Läufer zu beginn in den Taranaki Track.



Es ging durch Wüstenähnliches Terrain, hier und da mit Tussock Gras bewachsen. Stetig leicht Bergauf schlängelte sich der Weg durch eine Filmreife Kulisse. Kein Wunder das dort einige Szenen von der "Herr der Ringe" gedreht wurden.



Steilste Anstiege wechselten mit leichten Bergab Passagen ab. Es wurde zunehmend Alpiner. Die Regenjacke samt Inhalt hatte ich mir anfangs noch um die Hüfte gebunden. Da sie sich aber immer wieder lockerte, beschloss ich sie mir quer über zu hängen. Das ging auch, und war auch ein wenig angenehmer. Bei jedem Streckenposten hielt ich an bedankte mich ganz Herzlich und machte ein Erinnerungsfoto. Halt so wie immer. Grins!


Die meisten der ganz steilen Anstiege ging ich hoch, da ich ja nicht wusste was noch auf mich zukommen würde. Da tat ich auch ganz gut dran denn kurz vor dem Wendepunkt bei Km 6,5 wurde es noch mal richtig steil. Eigentlich waren fast die gesamten 428Hm auf den ersten 6,5 verteilt denn zurück ging es ja meist nur Bergab.


Ich bemerkte das die Regenjacke keinen Inhalt mehr hatte. Mmmmhhhh Mist!! Da hab ich doch jetzt echt den Longsleeve verloren.
Naja auf dem Rückweg werde ich ihn bestimmt irgendwo finden dachte ich und holte einen Läufer nach dem anderen ein.
Das waren wohl alles Läufer, die sich auf der ersten Hälfte des Rennens schon ausgepowert hatten. Also mit anderen Worten haben sie sich den Lauf falsch eingeteilt. Also war es Goldrichtig die meisten Anstiege zu gehen und nur geradeaus und Bergab zu Laufen. Ich holte immer mehr Läufer ein, die aussahen wie echte Sportler, nicht so wie ich. Viele staunten darüber das ich in meinen Luna Sandals unterwegs war.
Die meisten konnten es wie so oft nicht glauben das man mit den Dingern Laufen kann.
Die TOP aussehenden schlanken gut durchtrainierten Läufer und Läuferinnen wohl auch am wenigsten. Da kommt so ein Typ in Sandalen der nicht gerade besonders Sportlich aussieht und sammelt einen Läufer nach dem anderen ein. Ich erntete einige ungläubige Blicke was mich natürlich sehr amüsierte. Dann ging es plötzlich nicht mehr auf dem alten Weg zurück sondern in eine Abbiegung.
Leider hatte ich bis dato meinen Longsleeve immer noch nicht wieder gefunden. Ein Glück haben die netten Streckenposten Damen mit denen ich ein Foto machte ihn gefunden. Er lag dort und ich sagte das dieser mir gehöre. Puuuhhh noch mal Glück gehabt!!
Dann ging es steilst Bergab in Richtung der Taranaki Falls.



Noch immer überholte ich einige Läufer was mir mittlerweile echt Spaß machte. Viele hatten mich auf dem Hinweg an den Bergpassagen überholt, jetzt wusste ich das mein Plan, in Bezug auf die Renneinteilung, voll aufgegangen war. Ich genoss den Lauf jetzt in vollen Zügen! Jetzt war ich auch richtig eingelaufen, dies dauert ja bei mir immer so 6-9Km, je nach Tagesverfassung und Strecke.
Ich bin überwältigt von der Gigantischen Kulisse in der ich mich gerade Lauftechnisch bewege. Ich bin am anderen Ende der Welt in einem Wunderschönen Land und laufe gerade in einem Film in dem ich für mich gerade der Hauptdarsteller bin. Alles wirkt so leicht und ich fühle mich unendlich frei! So weit weg von zu Hause fröne ich einem der schönsten Hobbys die man haben kann. LAUFEN!!
Es sind diese Momente die einem am Leben halten und die einem so unendlich wertvoll vorkommen, das man sie am liebsten einfrieren und einpacken will. In diesen Momenten ist man frei im Körper und Geist! Was gibt es schöneres!?


An den wunderschönen Taranaki Falls vorbei führte der Weg weiter in einen Wunderschönen Alpinen Buchenwald. Wirklich sehr sehr schön!! Über Wurzeln und Steine ging es im flotten Tempo dem Chateau Tongariro und damit dem Zeil entgegen. Ich fühlte mich wirklich gut und es lief prima! Im Endorphin Rausch saugte ich die Stimmung, und die Umgebung mit unglaublichen Blick auf die Berge auf. Ich flog dann Richtung Ziel machte hier und da noch ein paar Fotos und überquerte überglücklich die Ziellinie.



Natürlich nicht ohne mir vorher noch einen Kuss bei meiner liebsten abzuholen.


Natürlich krönte ich den Lauf mit meinem Legendärem Glocken Sprung. Danke für die tollen Fotos von photos4sale.nz



Danach gab es erstmal eine Bratwurst und einige Beef Jerkeys. Dann ging es ab in die Icebug Eistonne! Ui Ui Ui Ui das war mal echt super kalt!! Ob das mir und meinem Körper was brachte kann ich jetzt nicht genau sagen.


Jedenfalls war es ein super schöner Lauf im fremden Land! Ich freute mich sehr darüber in Neuseeland doch noch mal einen Offiziellen Lauf teilgenommen zu haben. Eine tolle Erfahrung!!
Nach dem Lauf ruhten wir uns noch ein wenig auf der Wiese mit anderen Läufern aus bevor es zurück zum Campingplatz ging.


Anschließend Wanderten wir noch zusammen ein Stück die Strecke entlang denn das Wetter war super schön. Da hatten Veranstalter echt Glück gehabt. Denn es kam schon öfters vor das im Sonnenschein gestartet wurde und oben Schnee fiel. Also echt Glück gehabt!
Das Tongariro Crossing war dann am nächsten Tag auch ohne Muskelkater machbar. Einfach ein tolles Erlebnis!!

Bis zum nächsten Lauf Bericht aus Neuseeland. Denn da wurde es richtig steil, auf der steilsten Straße der Welt!!

Euer soulrunhiker

Barefoot Jesko

Freitag, 11. März 2016

Urwald Wanderung extrem

Was habe ich mir nur dabei gedacht!?
Ich hatte mir in einem Wanderführer eine sehr schwere Urwald und Flussbettwanderung durch dichten Regenwald rausgesucht. Vorraussetzung, sehr gute Trittsicherheit, top Kondition und hervorragenden Orientierungssinn.
Die Tour verläuft durch das Mangorewa Scenic Reserv. Eine unglaubliche Gegend! Mit tiefen Schluchten, einem urwüchsigem Flussbett und schier undurchdringlichen Urwald. Die Tour versprach recht anstrengend zu werden. Mit knapp 6 1/2 Stunden wurde sie veranschlagt und wurde als eine schwarze, also eine sehr schwere Route, eingestuft. War das vielleicht doch eine Nummer zu groß für mich? Mal sehen.
In der nähe von Rotorua, auf der wunderschönen Nordinsel Neuseelands, sollte es an der Tauranga Direct Road losgehen.
Cora und Lucy setzten mich schweren Herzens bei nicht allzu gutem Wetter am Startpunkt ab. Es fiel ihnen schon sichtlich schwer mich einfach so im nichts zurückzulassen. Ich packte mir eine kleine Tasche mit dem Notwendigsten zusammen. Dabei hatte ich, mein Heiko Häß Messer, Wasserfilter, 1 Liter Wasserflasche, Kompass, und mein Notfallset. Ich trug, eine kurze Wanderhose (was für eine mega bekloppte Idee! Was mich dazu geritten hat wes ick bis heute nicht!) ein Merinowolle T-Shirt und Longsleeve, Trekkingstöcke, meine North Face Hedgehogs und natürlich meinen Hut, der bei keiner Wanderung fehlen darf. So ausgerüstet machte ich mich auf den Weg in eine tiefe Schlucht. Dort erwartete mich der Mangorewa River in seiner vollen Pracht.


Alles war dicht bewachsen mit Farnen und etlichem Gewächs, was sich meiner Erkennung entzog. Es begann mit einer Flussdurchwatung worauf noch unzählige folgen sollten. Ich hatte die ganze Zeit im Kopf, das die häufigste Todesursache von Wanderern in solchen Gebieten, die Flussüberquerungen sind. Deshalb lies ich besondere Vorsicht walten. Zu beginn musste ich etliche Flussüberquerungen Meistern. Aber ohne größere Probleme.
Es sollten als Wegmarkierung Orangefarbene Pfeile den Weg weisen.
Diese waren aber nur in unregelmäßigen Abständen angebracht und zum teil schon von Pflanzen überwuchert. Ein wirklicher Weg war die meiste Zeit auch nicht zu erkennen.


Ich ging im straffen Tempo, so wie es der Urwald eben zuließ über Wurzeln, Steine, Bäume und schlammige Wege. Im Wanderführer war explizit darauf hingewiesen worden das die Tour nur bei Niedrigwasser zu bewältigen wäre, dazu sollte man sich beim Visitor Center in Rotorua erkundigen, wie der Wasserstand aktuell ist. Mmmmhhhh das hatte ich natürlich nicht gemacht. Hätte ich das besser machen sollen?


Mal sehen! Es Regnete, mal stärker mal schwächer. Unter dem Dach des Regenwaldes bekommt man das kaum mit. Zwischendurch klarte es immer wieder mal auf, aber im großen und ganzen war der Tag verregnet. Ich schlug mich also steilste Ansteige und Abstieg hoch und runter. Über rutschige Steine und schier unendlich große Wurzel Teppiche. Unglaublich, ich bin echt im nichts, mitten im Urwald von Neuseeland! So langsam bestieg mich ein Gefühl das ich so noch nicht kannte. Das Gefühl von absoluter Einsamkeit und Ausgesetztheit.
Klar habe ich schon viele Touren allein irgendwo in der Pampa gemacht aber das war was anderes! Wirklich total anders!
Die ganze fremde Vegetation, das rufen und förmliche schreien von mir unbekannten Vögeln ließen eine Gänsehaut nach der nächsten aufkommen. Ich hielt kurz inne, schloss die Augen und ließ die Szenerie auf mich wirken und beruhigte mich ein wenig.
Ich muss nur aufpassen das mir nichts passiert. Der Rest wird schon werden. Ganz Notfalls gehe ich eben den Weg zurück den ich bisher gegangen bin. Mit Cora hatte ich abgesprochen wenn ich nach 8 Stunden nicht wieder an dem abgesprochenen Treffpunkt aufgetaucht bin soll sie die Polizei informieren. Aber ich bin Bushcrafter! Naturliebhaber und Leidenschaftlicher Läufer und Wanderer. Also komm mal runter Junge und genieße jetzt einfach diese wunderschöne (schwere) Wanderung am anderen Ende der Welt.
So tat ich es dann auch. Ich wanderte durch einen wahrhaft majestätischen Urwald. Ganz allein. Nur mein angestrengter Atem, die Vögel, und die Regentropfen die sich durch das dichte Buschwerk den Weg nach unten suchten durchbrachen die stille des Waldes.
Unglaublich wie schön sich das anfühlte!


Ich achtete auf jeden Schritt, um nicht über eine der etlichen Wurzeln zu stolpern.
Im Kopf kamen natürlich dann und wann schon noch Bilder auf, wie ich an einer Wurzel hängen bleibe und mit einem offenen Bruch mitten im Busch liegen bleibe. Aber diese Gedanken verstieß ich immer schnell. Es war wirklich nicht einfach diese Tour, ein stetiges auf und ab lies keinen wirklichen Rhythmus aufkommen. Wäre aber auch gar nicht möglich gewesen bei dem unebenen Untergrund.


Ich schlug mich aber tapfer denke ich, durch dichtes Buschwerk über Bäume balancierend und über Wurzeln hüpfend. Dann kam ein wirklich steiler Abstieg ins Flussbett des Mangorewa Rivers. Dort angekommen endete die Wegmarkierung. Eine Zeit lang war ich völlig Orientierungslos. Furtete den Fluss um auf der anderen Seite nach den Orangefarbenen Pfeilen ausschau zu halten. Nichts! Dann schaute ich noch mal in den Wanderführer, dort war aber auch nicht wirklich raus zu schließen wie es weiter ging. Ich holte den Kompass raus um mich ein wenig zu Orientieren. Aber nach dem ganzen auf und ab rechts und links fiel es mir schwer zu bestimmen wo ich hin musste. Ein Glück war der Sommer in Neuseeland der trockenste und schönste seit 20 Jahren. Dadurch war der Pegel des Mangorewa Rivers trotz des Regens moderat. Ich ging ein Stück Flussaufwärts in der Hoffnung eine Markierung zu entdecken. Nichts! Dann bin ich Flussabwärts gegangen um dort nach zu sehen ob ich was entdecke. Und siehe da........ eine alte Fußspur im Sand.


Kaum zu erkennen, aber für einen Amateur Spurenleser wie ich es bin noch gut genug zu erkennen. Die Spur führte Flussabwärts. Also hatte ich meinen Richtung gefunden. Flussabwärts!


Ich hielt immer an den steil aufragenden Hängen der Schlucht ausschau nach irgendwelchen Markierungen. Aber dort war nichts zu entdecken. Zum teil war es aber auch so steil das man hätte dort gar nicht das Flussbett verlassen können.
Über rutschige Steine bahnte ich mir den Weg durch das Flussbett. Etliche male musste ich die Seite wechseln um voran zu kommen.
Auch in vermeintlich flach aussehenden Uferzonen können gefährliche Untiefen auftauchen, die zum teil durch das gleißende Sonnenlicht (wenn sie mal da war), und den Spiegelungen von den Schluchten nur schwer auszumachen waren. Ich passte Höllisch auf und die Trekkingstöcke dienten mir als drittes und viertes Standbein. Wenn ich die nicht dabei gehabt hätte, hätte ich mich wohl noch öfters auf den Bart gelegt!


Ich war schon über drei Stunden strammen Schrittes unterwegs, mit keiner wirklichen Pause. Ich hatte die ganze Zeit im Kopf das ich ja Pünktlich am verabredeten Treffpunkt sein müsse. Denn wenn nicht würde Cora vor Angst umkommen und sicher schon eher eine Rettungstruppe kontaktieren. Ich ging und rutschte also weiter durch das wunderschöne Flussbett des Mangorewa Rivers. Es Regnete jetzt immer mehr und stark. Der Fluss füllte sich in kürzester Zeit mit Wasser. Das geht echt schnell! So hatte ich das nicht erwartet! Aber es ging noch, an den Flussufern war noch genug Platz um dorther zu gehen. Dadurch wurden die Flussdurchwatungen aber immer schwieriger.


Ich darf nur nicht den Abzweig aus dem Flussbett verpassen, dachte ich die ganze Zeit. Knapp eine 1 1/2 Stunden war ich nun im Flussbett unterwegs und hatte das Gefühl kaum vorwärts zu kommen. Angst stieg in mir hoch! In dem Moment schwierten einige Vögel am Flussufer auf und bescherten mir eine Wahnsinns Gänsehaut. Kurz drauf hörte ich das Geräusch von fahrenden Autos auf nasser Straße!
Jawoll!!! Geschafft!!! Notfalls, wenn ich den Austieg nicht finden würde, würde ich einfach die steile Böschung hoch steigen, dann wäre ich schon mal auf der Straße.
Das muss die Tauranga Direct Road sein. Eine andere Straße gibt es hier weit und breit nicht.
Irre!!! Ich habe es wohl echt geschafft.


Die Angst wich dem Gefühl vom totalen Triumph. Euphorie kam auf, und ich genoss die letzten Minuten im Flussbett in vollen Zügen!
Nach einer Flussbiegung sah ich eine Brücke. Dort war dann auch der Ausstieg hoch zur Straße und raus aus dem Flussbett. Ich machte Freudensprünge und war mächtig stolz eine so schwere Wanderung heil und Glücklich überstanden zu haben.


Knapp 4 3/4 Stunden brauchte ich für die 6 1/2 Stunden veranschlagte Wanderung. Was ein Abenteuer!! Genau nach meinem Geschmack!!
Ich wartete noch knapp 45 Minuten auf meine beiden lieben. Dann ging es in den Camper umziehen und los zum nächsten Abenteuer in Neuseeland.

Bis dann

euer soulrunhiker

Barefoot Jesko

Donnerstag, 10. März 2016

Baldwin Street Barefoot Run (Die steilste Straße der Welt)

Na das war mal ein Lauf!! (Nicht so ernst nehmen, Grins)
Klar wenn wir schon mal 8 Wochen in Neuseeland, und eine Rundreise mit dem Camper machen, das wir der steilsten Straße der Welt in Dunedin einen Besuch abstatten. Klar das ich die steilste Straße der Welt Barfuß laufend bezwingen will.
Ich habe mir schon einen Schlachtplan ausgedacht wie ich am besten den Lauf bewältigen möchte. Morgens früh war auf der Baldwin Street noch nicht viel Publikumsverkehr, und so konnte ich die Gegebenheiten erst einmal mir anschauen.
161,2 Meter ist die Straße und somit der Lauf lang gespickt mit sagenhaften 47,22 Höhenmetern. 35 Prozent Steigung!!
Neuseeland darf sich also mit der steilsten Straße der Welt rühmen. Das steilste Stück hat eine Steigung von 1m auf 2,86 Metern Strecke.

Es bedarf also eine gute Renneinteilung!!
Ich zog mich schnell im Camper um. Dann sollte es losgehen. Ich machte mich kurz warm um dann an die Startlinie zu gehen.


Ich war schon recht aufgeregt da ich nicht wusste wie der Untergrund sein würde und wie dünn die Luft ganz oben sein würde.
Ich startete recht Fix um dann ein wenig später in einem moderatem Tempo weiter zu Laufen.


Die Straße ist nicht Asphaltiert, da dieser wahrscheinlich beim auftragen auf die Straße hinab geflossen wäre. Es liegen dort eine art Betonplatten die sich Barfuß als recht griphaftig erwiesen.


Es war schon zu beginn recht anstrengend und auf der hälfte der Strecke wusste ich schon das meine Renneinteilung nicht Optimal gewählt war. Aber ich biss die Zähne zusammen und verringerte etwas das Tempo. Ich wollte eigentlich die Füße gerade aufsetzten aber dies war bei der 35 Prozentigen Steigung nicht möglich. Ich musste auf den Fußballen laufen was sich als sehr Waden zerstörend erwies. Der Lauf zog sich immer mehr und mehr, die Straße wurde immer länger und länger und steiler!


Unglaublich das man dort wohnen kann!
Dann war es fast geschafft das letzte viertel des Laufs waren erreicht.
Doch plötzlich machten meine Waden zu. Ohhhh NEIN!! Nicht jetzt!! Nicht so kurz vor dem Ziel! Ich mobilisierte jetzt die letzten Kraft Reserven und und gab noch mal alles. So langsam brannten auch meine Fußsohlen wie Feuer doch auch das ignorierte ich und lief weiter.


Und dann......... das Ziel!!!
Es ward vollbracht, ich habe es geschafft die Baldwin Street zu Rocken. Die steilste Straße der Welt war von mir Barfuß bezwungen worden! Das war ein hartes Stück Arbeit! Hi Hi Hi Hi!!
Die Waden waren hart wie Stein aber das war es Wert!


Dann ging es zurück zu Cora die im Begriff war Lucy im Kinderwagen die Straße hoch zu schieben. Puuuhhhhh ganz schön anstrengend sah das aus! Dann durfte ich noch den Rest hoch schieben und bezwang ein zweites mal diese verdammt steile Straße!



Auf dem Rückweg mussten wir Lucy in ihrem Buggy echt gut festhalten!


Dann kam ein verrückter Typ auf uns zu in Gummistiefeln im Tank Top mit Sonnenbrille und Kopfhörern auf. Er lief Rückwärts die Straße hoch (rechts im Bild). Der ist verrückt dachte ich sofort!!


Ich sprach ihn an und sagte, es sei nicht mehr weit bis nach ganz oben. Er nahm die Kopfhörer ab und sah mich ganz cool von oben bis unten an.
Dann sagte er das er das nur zu gut wüsste, da er hier der Weltmeister der damaligen Baldwin Street Laufveranstaltung sei.
Dem Legendären Baldwin Street Gutbuster.
Ufffffff!!! Das war dann mal voll ins Fettnäpfchen getreten!!! Mmmmhhhhhh ich sagte das es dann von mir wohl ein blöder Scherz war, um noch schnell irgendwie die Kurve zu bekommen. Er entpuppte sich echt als Dave Kernahan! Zu seinen besten Zeiten rannte er am Tag die Straße 30 mal hoch und runter oder so oft bis er einen Halbmarathon voll hatte. Crazy!! Da soll noch mal einer sagen ich sei verrückt!
Mit seinen 64 Lenzen ist er noch immer echt gut drauf. Zum Glück verzieh er mir den blöden Scherz und wir unterhielten uns noch eine ganze Zeit schief stehend über das Laufen und dies und jenes. Natürlich habe ich dann erstmal ein Foto mit ihm gemacht!
Wir verrückten müssen ja auch irgendwie zusammen halten.


Dann waren wir im Tal der Baldwin Street, bzw am Start wieder angekommen. Puuuhhhhh was ein Erlebnis und was eine irre Begegnung!
Lucy bekam dann noch ein Zertifikat das sie die Baldwin Street, The Worlds Steepest Street in the World, erfolgreich im Buggy bezwungen hat. Nette geste der super netten, aber auch ein wenig verrückt lieben Dame. Irgendwie sind hier alle ein bisl verrückt in dieser Straße. Aber das gefällt mir ja bekanntlich sehr gut.


Ich hoffe ihr konntet ein wenig mitfiebern bei meinem Krassen Lauf auf der steilsten Straße der Welt, die Baldwin Street. Grins!

Bis dann zum nächsten Bericht aus Neuseeland.

Euer soulrunhiker

Barefoot Jesko

Dienstag, 8. März 2016

Neuseeland Abenteuer schlechthin!

Hallo alle miteinander! Endlich bin ich weider da! Acht Wochen Elternzeit in Neuseeland sind jetzt um, und es gibt viel zu Berichten.
Unglaublich was wir dort alles erlebt haben! Ich bin mit Delfinen und Seelöwen geschwommen,


habe eine Nachtwanderung durch den Urwald gemacht und habe zwei wilde Kiwis gesehen,


habe an einem Berglauf im Tongariro Nationalpark teilgenommen,


habe die steilste Straße der Welt Barfuß erklommen,


habe allein eine wilde Dschungel und Flussbett Wanderung überstanden


und habe mit Kind und Kegel das Tongariro Crossing halbwegs gemeistert



und vieles mehr!
Viele Berichte hat mein kleines Töchterchen Lucy auf ihrem Blog veröffentlicht. Wirklich sehenswert!
Aber natürlich werde ich, wenn der Jetlag besiegt ist, auch die passenden Berichte aus meiner Sicht hier für euch veröffentlichen.
Darauf könnt ihr euch wirklich freuen, denn es war mega Spannend und echt aufregend was wir dort alles erlebt haben.

Der Blog von Lucy gibt schon einen kleinen einblick in das Abenteuer Neuseeland. Ich werde, gerade im Bezug auf die Läufe, hier noch mal etwas Detaillierter drauf eingehen. Jedenfalls war es ein Erlebnis schlechthin am anderen Ende der Welt zu sein und dort all diese fantastischen Dinge erlebt zu haben.
Also ruhig mal die nächsten Tage hier vorbei schauen und die Berichte lesen.

Bis dann euer

Soulrunhiker

Barefoot Jesko