Barefoot soulrunhiker

Barefoot soulrunhiker
Das Liebe Leben eines Barfußläufers

Montag, 28. März 2016

Venloop Party 2016

Na, das war ja mal wieder Party pur!!! 
Im Vorfeld lief einiges aber leider nicht so glatt. Wegen zu geringen Trainings hat sich Cora vernünftigerweise entschlossen nicht mit zu laufen. Genauso wie mein bester Freund der Wolff. Schade aber nur allzu verständlich. Die liebe Alba konnte wegen eines Gripalen Entfekts leider auch nicht teilnehmen und Micheles Knie war auch noch nicht wieder richtig Fit für die 21,1 Km. 
Ich war schon drauf und dran den Lauf sausen zu lassen, entschied mich kurzfristig aber doch dazu die Laufparty des Jahres mit zu laufen. Also wie die Jahre zuvor Cora, Lucy, Mutter und Schwiegermutter ins Auto geladen und los ging es nach Venlo.


Ich würde wohl den Halbmarathon alleine, denn alle Läufer die mein Tempo laufen würden waren ja jetzt nicht dabei. Alle anderen die ich viellicht treffen würde liefen in einer anderen Liga. Einer viel zu schnellen für mich! Wir kamen recht spät an. Aber das lies mich kalt, denn aus den Jahren zuvor weis ich ja das sich das Läuferfeld nur langsam in bewegung setzt. Den Startschuss erlebte ich sogar außerhalb der Läuferzone. Mit Neuseeländischer ruhe und gelassenheit schnürte ich nochmal meine Lunas und begab mich dann ganz gemütlich in den Starterblock. Meine Mutter war aufgeregter wie ich und drängte die ganze Zeit das ich doch jetzt mal los sollte. Hi Hi Hi!


Am ende des Starterfeldes angekommen sah ich schon aus der ferne den lieben Stefan (Wicki). Bei ihm angekommen war das Hallo groß und wir gingen lockeren Schrittes dem schier unendlichen Starterfeld hinterher. Dann sah ich nach langer Zeit auch den Christoph mal wieder, der mich Dank meiner nackten Füße sofort erkannte. Zusammen mit Wicki liefen wir als letztes über die Startlinie. Dann begann die Party! Flotten Schrittes liefen wir durch das Zuschauer Spalier und überholten schon zahlreiche Läufer. Wicki der ein wenig Knieprobleme hatte, wie er mir im Vorfeld erzählte, drehte sich zu mir um und sagte das wir mit einem lockeren 6er Schnitt anfangen. Frohen mutes nickte ich ab und versuchte im Läufer wirwar dran zu bleiben. Nach ein bis zwei Kilomtern merkte ich aber schnell das dies nicht mein Tempo war und ich Gefahr lief zu schnell anzulaufen. Ein Fataler Fehler wie man ja weis!
Also lies ich Wicki ziehen und versuchte mein eigenes Tempo zu finden. Ich merkte schon jetzt meine Waden, sie protestierten vehement gegen das zu schnelle Tempo. Sie verhärteten sich und ich dachte nur, na super, das kann ja was geben! So ein Top Läufer wie der Wicki es ist steckt er mich trotz Knie Problemen mal locker weg. Ich begann also den Anfänger Fehler schlechthin!! Zu schnell angelaufen und das nach gerade mal zwei Kilometern. Ui Ui Ui Ui!!! Als ob ich das nicht besser wüsste. Da hab ich mich wohl mitreißen lassen. Naja, was solls, mal sehen wie es jetzt so weiterläuft dachte ich mir und lief lockeren Schrittes durch die tosende Menschenmenge. Es waren mehr Leute an der Strecke wie das Jahr zuvor und die Geräuschkulisse war Ohrenbetäubend und lies eine Gänsehaut nach der anderen aufkommen. Wahnsinn!! Wirklich der absolute mega Hammer!!
Nach fünf Kilometern hatte ich meinen Rhythmus immer noch nicht gefunden und es lief wirklich schwer. Die Leichtigkeit die ich sonst beim laufen verspüre wich einer Tonneschweren Last. Ich fühlte mich wie ein Walross das einen neuen 100 meter Sprint Rekord aufstellen will. Na gut, ich weis ja das ich immer so 6-8 Kilometer brauche um mich einzulaufen, aber heute fühlte es sich wirklich schwer an. Zu allem überfluss fingen meine Füße an einzuschlafen. Das machte mir doch ernste Sorgen!
Ich lockerte die Schnürung meiner Lunas in der Annahme diese zu fest geschnürt zu haben, wohlwissend das dies nicht der Grund sein würde. Ich habe ja nun auch schon Lauftechnisch viel erlebt, aber das hatte ich noch nie. Erst schlief der linke Fuß ein dann beide. Ein unglaublich mieses Gefühl auf eingeschlafene Füße zu laufen. Ich schaute nun öfters auf meine Füße um sicher zu gehen das sie nicht Blau anlaufen. Diese sahen aber rosig Gesund aus wie eh und je. Also konnte ich eine mangelnde Durchblutung ausschließen. Puuuhhh!! Aber was war es dann? Ich wusste es nicht.
Angepeitscht von den Zuschauern lief ich meinen trott. 
An den Verpflegungsstellen ging ich und trank Iso und Wasser. Dort kam dann auch wieder etwas leben in meine Füße. Ein Glück! Ich dachte schon es sei überstanden aber nach ein paar hundert metern fingen sie wieder an einzuschlafen. Also ging es auf tauben Füßen weiter. Ich überholte und wurde überholt und versuchte so gut es ging die Füße zu ignorieren. Ich genoss die unglaubliche Stimmung entlang der Strecke und badete im Applaus der Zuschauer. In den Jahren zuvor hörte ich ja Tausendfach wie die Leute riefen Bloetvoes (Barfuß). Das erste Jahr war ich ja Barfuß gelaufen im letzten mit den Freeheel Running Pads und dieses Jahr mit Lunas. Ich hörte also dieses Jahr Tausendfach, oh met Sleppers!! Die Leute waren so verdutzt und verwundert wie die beiden Jahre zuvor, dabei hatte ich dieses Jahr doch am meisten "Schuh" um meine Füße. 
Ich lief auf zwei laufende Herzen auf. Der eine sprach mich an was ich denn da anhabe. Ich sagte ihm Laufsandalen, und ob er nicht die Legendären Luna Sandals kenne. Seine schroffe Antwort war, dafür interessiere er sich nicht und das wäre ihm auch zu blöd. Meine Antwort war dann, tja würdest du dich dafür interessieren dann wärst du so schnell wie ich. Dann bin ich losgespurtet und lies den unwissenden hinter mir. Ich sah ihn auch nicht wieder, und so wie der aussah glaube ich auch nicht das er das Ziel gesehen hat. Naja, seis drum! Ich kämpfte weiter mit meinen tauben Füßen und mit meiner immer  noch nicht gefundenen Form. Im Ultraschlapplaufschritt leif ich weiter durch das Holländische Party Volk. Ganz Venlo war auf den Beinen ob jung oder alt, Behinderte und Nonnen alle waren sie da um auch den letzten Läufer frenetisch anzufeuern. So etwas habe ich  bis jetzt auch nur in Venlo erlebt! Davon sollten wir Deutschen uns mal eine dicke Scheibe abschneiden. Unglaublich wie die abfeiern! Ich schleppte mich also knapp 16 Km mit meinen eingeschlafenen Füßen über die Strecke und hielt hier und da mal ein pläuschschen. Meinen Rhythmus sollte ich heute aber nicht finden. Der Wolf den ich mir beim 6 Stunden Lauf die Woche zuvor gelaufen hatte meldete sich nun auch mit aller Kraft zurück. Ohhhhh man ey, mir bleibt heute aber auch nichts erspart!
Cora, Lucy, Mama und Schwiegermama bummelten indessen durch Venlo und verdrückten die ein oder andere Niederländische Spezialität.


Trotz der Probleme mit denen ich zu kämpfen hatte lief ich mit einem dauer Grinsen durch Venlo und dem Ziel entgegen wo meine liebsten schon auf mich warteten. Der letzte Kilometer ging dann wieder durch die Fußgängerzone, wo die Zuschauer in vierer oder fünfer Reihen an der Strecke standen und die Läufer dem Ziel entgegen jubelten. Gänsehaut PUR!!! Der Wicki kam dann wie erwartet knapp 20 min eher ins Ziel.


Ich war dann aber auch mehr als froh als ich nach genau 2 1/2 Stunden im Ziel war!! Puuuuhhhhh alter Schwede, das war heute mal ein hartes Stück Arbeit mit einigen Problemen!! Ich hoffe das ich bei der TorTour einen besseren Tag erwische, heute war meine Tagesform wohl nicht optimal. Was das mit meinen Füßen war weiß ich bis jetzt nicht. Eingeklemmeter Nerv oder was weis ich!?  
Meine lieben warteten schon auf mich im Zielbereich und wir machten uns dann auch sofort auf den Heimweg. Schlussendlich kann ich nur sagen das der Venloop die Halbmarathon Party schlechthin ist und ich froh war wieder dabei gewesen zu sein. Nächstes Jahr gerne wieder, denn der Venloop macht irgendwie süchtig! Mega Geile Stimmung mit Gänsehaut Garantie!!


Dann gab es für Lucy noch eine Finisher Banane bevor es ins Auto auf die Rückfahrt ging.


Bis dann euer soulrunhiker
Barefoot Jesko

6 Stunden Lauf Münster

Zurück im kalten Deutschland, sollte der 6 Stunden Lauf in Münster mein Erstlingswerk daheim werden. Bei wirklich unangenehmen Temperaturen ging es mit Cora und Lucy nach Münster. Den Temperatur unterschied von knapp 30° mussten wir erstmal verpacken. Deshalb wollte ich auch auf keinen Fall Barfuß laufen. Also gibt es da für mich dann ja nur die Luna Sandals, oder die Freeheel Running Pads. Da Cora auch für die 6 Stunden angemeldet war, wollten wir uns den Lauf teilen. Lucy würde nämlich nicht die ganzen 6 Stunden im Laufbuggy aushalten. 
Angekommen in der Speicherstadt Münster war das Hallo natürlich mal wieder groß! Viele liebe Lauffreunde waren wieder zugegen. Die liebe Alba hatte uns schon unseren Starterbeutel besorgt, da wir nicht genau wussten ob wir pünktlich da sein würden. So ist das nun mal mit Kind und Kegel, man kommt immer später weg als geplant.


Der liebe Chritian hat sich dieses Jahr eine tolle Lokation für seinen mitlerweile legendären 6 Stunden Lauf ausgesucht. Zudem sollte es dieses Jahr ein Weltrekord aufgestellt werden. Zu aller erst war es der Teilnehmerstärkste 6 Stunden Lauf der Welt, rund 500 Teilnehmer, und zum anderen der Lauf mit den meisten Ultra Finishern. Das heißt das möglichst viele Leute über oder genau 45 Km laufen mussten. Dies wurde auch mit Bravour geschafft, um mal vorzugreifen. 
Kurz nach unserer Ankunft ertönte auch schon der Startschuss. Der Kurs führte ausnahmslos über Kopfsteinpflaster durch die alte Speicherstadt. Hin und her schlängelte sich der Kurs durch die alten Speicher, die in früherer Zeit als Kornspeicher dienten. Heute sind dort die verschiedensten Firmen zu Hause. Wir liefen zusammen mit Lucy im Laufbuggy los.


Dann gesellte sich mein lieber Barfußlauf Freund Axel aus München zu uns, mit dem ich dann ein paar Runden von dannen zog. Sehr unterhaltsam und aufschlussreich waren die Runden mit ihm, da er ja wirklich verdammt viel Wissen und Ahnung vom Laufen hat. Anschließend gesellte ich mich wieder zu meinen liebsten.


Cora, lief mit Alba die ersten Runden und machte kurz darauf eine Verschnaufpause und versorgte Lucy mit Essen und Trinken. Lucy wollte sich natürlich auch bewegen und flitze erstmal durch die Räumlichkeiten vor Ort. In bester Gesellschaft lies ich die beiden dann allein und lief noch ein paar Runden. Da der Kurs im dreh 2.2 Km lang war traf man immer jemanden mit dem man quatschen konnte.



Viele Leute traf ich persönlich auch zum ersten mal.
Schön diese mal live zu sehen, und nicht nur im Internet. Bei dem Kurs kam man sich auch immer wieder entgegen und feurte sich an oder winkte sich zu. Das war wirklich sehr nett. Dann gönnte ich mir eine Pause, und Cora die Gelegheit mal ein paar Runden allein zu drehen. Der Wind peitschte kalt um die alten Speicher und es war wirklich frisch. Dies merkte man in den lauf pausen extrem. 
Lucy hatte jedenfalls ihren Spaß, und wir auch. Im Laufbuggy schlief sie dann auch ein, trotz des geschüttelts vom Kopfsteinpflaster. Oder gerade deswegen.
So vergingen die 6 Stunden im nu. Am ende lief ich dann noch eine halbe Runde Barfuß mit Laufbuggy. Dann waren die 6 Stunden schon um. Cora lief ihren ersten Halbmarathon und ich konnte meinerseits 30 Km verbuchen. Also eine wirklich Runde Sache für alle. Allerdings habe ich mir einen mächtigen Wolf gelaufen. Mmmmhhhh echt blöd!!




Bei der anschließenden Pasta Party schlug Lucy erstmal kräftig zu, wir natürlich auch. 
Zur Siegerehrung blieben wir allerdings nicht, da Lucy schon langsam ihre pünktliche zu Bett geh Zeit einforderte. Nur zu recht, denn sie war wie immer ein ganz liebes Mädchen. Also fuhren wir zufrieden mit unseren Leistungen nach Hause. Wieder war es eine wirklich tolle und gelungene Veranstaltung die seines gleichen sucht. Nächstes Jahr sind wir bestimmt wieder dabei. Sind mal gespannt wo in Münster der nächste 6 Stunden Lauf veranstaltet wird. Die Jahre zuvor fanden die Läufe ja immer in verschiedenen Kasernen statt, aber wegen der Flüchtlings Situation war dies dieses Jahr nicht möglich. Wir sind gespannt!

Bis dahin euer soulrunhiker
Barefoot Jesko

Samstag, 12. März 2016

Tussock Traverse 2016 (Neuseeland)

Was ein Zufall! In unserem Neuseeland Urlaub bzw Elternzeit, waren wir gerade im Tongariro Nationalpark auf der Nordinsel. Just an diesem Wochenende als wir mit unserem Camper dort ankamen sollte am folgenden Tag die Tussock Travers stattfinden. Ein sehr schöner aber auch anspruchsvoller Berglauf. Da wir ja schon mal da waren entschied ich mich an dem Lauf teilzunehmen. Noch in Deutschland hatte ich von dem Event gelesen, wollte mich aber nicht Anmelden da ich ja nicht wusste ob wir das schaffen würden. Aber aus irgendeinem Grund sollte es ja nun doch klappen.


Man konnte aus drei Distanzen wählen, 6,5Km, 13Km oder 26Km, entweder Walken oder Laufen. Natürlich wollte ich Laufen und gleich die 26Km in Angriff nehmen. Meine liebe Cora plädierte aber darauf das ich lieber die 13Km laufen sollte da wir am darauffolgenden Tag das Tongariro Alpine Crossing machen wollten. Ein 21 Km langer Alpiner Wanderweg quer durch das Tongariro Massiv. Da ich nicht wollte die Alpine Wanderung mit Muskelkater zu machen, und ich ja auch keine Ahnung hatte wie schwer der Lauf wirklich sein würde, entschied ich mich vernünftigerweise für die 13 Kilometer Distanz mit 428Hm.
Ich war echt aufgeregt und suchte eifrig mein mitgenommenes Laufzeug zusammen. Leider hatte ich keinen Laufrucksack dabei um das erforderliche Equipment mitzunehmen. Eine Regenjacke, ein Longsleeve, und 1 liter Wasser. Ein Glück konnte ich dem Staff davon überzeugen das ich ein geübter Läufer bin und mit einem halben liter Wasser auskommen würde. Zudem konnte ich dann den Longsleeve in meine Regenjacke einwickeln und diese einfach um mich rum binden. Also meine 0,5 liter Handflasche und die gewickelte Regenjacke mit Longsleeve Inhalt eingepackt. Dann habe ich die Nacht im Camper gut geschlafen, voller Erwartung auf den morgigen Lauftag.
Am morgen war schon auf dem Campingplatz ein eifriges treiben. Viele Läufer waren da und machten sich Startklar für den Lauf.
Angekommen am Chateau Tongariro, nur 10 Minuten vom Campingplatz entfernt, gingen schon die 26Km Läufer an den Start.
Kurzer Check des Equipment und dann war auch schon das Briefing für uns, die 13Km Läufer. Ein älterer Maori, der wohl dort eine Legende ist, begrüßte die Läufer auf Maori art. Coole Sache!


Dann ging es für uns an den Start.
Maori echt wurde der Startschuss gegeben, nämlich mit einer Muschel. Das tiefe sonore Klingen der Muschel entließ uns 13Km Läufer zu beginn in den Taranaki Track.



Es ging durch Wüstenähnliches Terrain, hier und da mit Tussock Gras bewachsen. Stetig leicht Bergauf schlängelte sich der Weg durch eine Filmreife Kulisse. Kein Wunder das dort einige Szenen von der "Herr der Ringe" gedreht wurden.



Steilste Anstiege wechselten mit leichten Bergab Passagen ab. Es wurde zunehmend Alpiner. Die Regenjacke samt Inhalt hatte ich mir anfangs noch um die Hüfte gebunden. Da sie sich aber immer wieder lockerte, beschloss ich sie mir quer über zu hängen. Das ging auch, und war auch ein wenig angenehmer. Bei jedem Streckenposten hielt ich an bedankte mich ganz Herzlich und machte ein Erinnerungsfoto. Halt so wie immer. Grins!


Die meisten der ganz steilen Anstiege ging ich hoch, da ich ja nicht wusste was noch auf mich zukommen würde. Da tat ich auch ganz gut dran denn kurz vor dem Wendepunkt bei Km 6,5 wurde es noch mal richtig steil. Eigentlich waren fast die gesamten 428Hm auf den ersten 6,5 verteilt denn zurück ging es ja meist nur Bergab.


Ich bemerkte das die Regenjacke keinen Inhalt mehr hatte. Mmmmhhhh Mist!! Da hab ich doch jetzt echt den Longsleeve verloren.
Naja auf dem Rückweg werde ich ihn bestimmt irgendwo finden dachte ich und holte einen Läufer nach dem anderen ein.
Das waren wohl alles Läufer, die sich auf der ersten Hälfte des Rennens schon ausgepowert hatten. Also mit anderen Worten haben sie sich den Lauf falsch eingeteilt. Also war es Goldrichtig die meisten Anstiege zu gehen und nur geradeaus und Bergab zu Laufen. Ich holte immer mehr Läufer ein, die aussahen wie echte Sportler, nicht so wie ich. Viele staunten darüber das ich in meinen Luna Sandals unterwegs war.
Die meisten konnten es wie so oft nicht glauben das man mit den Dingern Laufen kann.
Die TOP aussehenden schlanken gut durchtrainierten Läufer und Läuferinnen wohl auch am wenigsten. Da kommt so ein Typ in Sandalen der nicht gerade besonders Sportlich aussieht und sammelt einen Läufer nach dem anderen ein. Ich erntete einige ungläubige Blicke was mich natürlich sehr amüsierte. Dann ging es plötzlich nicht mehr auf dem alten Weg zurück sondern in eine Abbiegung.
Leider hatte ich bis dato meinen Longsleeve immer noch nicht wieder gefunden. Ein Glück haben die netten Streckenposten Damen mit denen ich ein Foto machte ihn gefunden. Er lag dort und ich sagte das dieser mir gehöre. Puuuhhh noch mal Glück gehabt!!
Dann ging es steilst Bergab in Richtung der Taranaki Falls.



Noch immer überholte ich einige Läufer was mir mittlerweile echt Spaß machte. Viele hatten mich auf dem Hinweg an den Bergpassagen überholt, jetzt wusste ich das mein Plan, in Bezug auf die Renneinteilung, voll aufgegangen war. Ich genoss den Lauf jetzt in vollen Zügen! Jetzt war ich auch richtig eingelaufen, dies dauert ja bei mir immer so 6-9Km, je nach Tagesverfassung und Strecke.
Ich bin überwältigt von der Gigantischen Kulisse in der ich mich gerade Lauftechnisch bewege. Ich bin am anderen Ende der Welt in einem Wunderschönen Land und laufe gerade in einem Film in dem ich für mich gerade der Hauptdarsteller bin. Alles wirkt so leicht und ich fühle mich unendlich frei! So weit weg von zu Hause fröne ich einem der schönsten Hobbys die man haben kann. LAUFEN!!
Es sind diese Momente die einem am Leben halten und die einem so unendlich wertvoll vorkommen, das man sie am liebsten einfrieren und einpacken will. In diesen Momenten ist man frei im Körper und Geist! Was gibt es schöneres!?


An den wunderschönen Taranaki Falls vorbei führte der Weg weiter in einen Wunderschönen Alpinen Buchenwald. Wirklich sehr sehr schön!! Über Wurzeln und Steine ging es im flotten Tempo dem Chateau Tongariro und damit dem Zeil entgegen. Ich fühlte mich wirklich gut und es lief prima! Im Endorphin Rausch saugte ich die Stimmung, und die Umgebung mit unglaublichen Blick auf die Berge auf. Ich flog dann Richtung Ziel machte hier und da noch ein paar Fotos und überquerte überglücklich die Ziellinie.



Natürlich nicht ohne mir vorher noch einen Kuss bei meiner liebsten abzuholen.


Natürlich krönte ich den Lauf mit meinem Legendärem Glocken Sprung. Danke für die tollen Fotos von photos4sale.nz



Danach gab es erstmal eine Bratwurst und einige Beef Jerkeys. Dann ging es ab in die Icebug Eistonne! Ui Ui Ui Ui das war mal echt super kalt!! Ob das mir und meinem Körper was brachte kann ich jetzt nicht genau sagen.


Jedenfalls war es ein super schöner Lauf im fremden Land! Ich freute mich sehr darüber in Neuseeland doch noch mal einen Offiziellen Lauf teilgenommen zu haben. Eine tolle Erfahrung!!
Nach dem Lauf ruhten wir uns noch ein wenig auf der Wiese mit anderen Läufern aus bevor es zurück zum Campingplatz ging.


Anschließend Wanderten wir noch zusammen ein Stück die Strecke entlang denn das Wetter war super schön. Da hatten Veranstalter echt Glück gehabt. Denn es kam schon öfters vor das im Sonnenschein gestartet wurde und oben Schnee fiel. Also echt Glück gehabt!
Das Tongariro Crossing war dann am nächsten Tag auch ohne Muskelkater machbar. Einfach ein tolles Erlebnis!!

Bis zum nächsten Lauf Bericht aus Neuseeland. Denn da wurde es richtig steil, auf der steilsten Straße der Welt!!

Euer soulrunhiker

Barefoot Jesko